Was sollte ich über den Badmintonsport wissen?

Im Folgenden wollen wir Euch grundlegendes über den Sport Badminton näher bringen. Wo hat der Badminton seinen Ursprung? Welche Regeln gibt es? Wo kann ich mir sonst noch informieren?
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Viel Spaß beim Lesen.


Grundlegendes zur Sportart

Badminton ist ein Rückschlagspiel für zwei Spieler (Einzel) oder vier Spieler (Doppel). Ziel des Spieles ist es, den Ball so über das Netz in die gegnerische Feldhälfte zu schlagen, dass der Gegner ihn nicht regelgerecht zurückschlagen kann.
Neben Tischtennis und Squash zählt Badminton zu den schnellsten Ballsportarten der Welt und stellt daher hohe Ansprüche an Reflexe, Schnelligkeit, Kondition, Konzentrationsfähigkeit und taktisches Denken des Athleten.
Es werden zwei Gewinnsätze bis jeweils 21 (max. 30) Punkte ausgespielt. Punkte können seit 2006, nach der so genannten Rally-Point-Methode, unabhängig vom Aufschlagrecht erzielt werden. Ein Punkt ist erreicht wenn der Gegner einen Fehler begeht. Als Fehler gilt es unter anderem, wenn der Ball das Netz nicht überfliegt oder den Boden/Wand außerhalb des Spielfeldes und in den meisten Fällen auch die Decke berührt, oder wenn Spieler bzw. Schläger das Netz berühren.
Der Begriff Badminton wird oft fälschlicherweise mit dem Freizeitspiel Federball gleichgesetzt, das im Gegensatz zu Badminton möglichst lange Ballwechsel zum Ziel hat, während Badminton ein Wettkampfsport ist und nach festen Regeln gespielt wird.


Geschichte des Badminton

Das Federballspiel selbst gibt es seit ca. 2.000 Jahren. Forscher fanden Höhlenzeichnungen, die belegen, dass in Indien in dieser Zeit schon Federball gespielt wurde. In den Hochkulturen Asiens und im Mexiko der Azteken wurden ebenfalls ähnliche Spiele gespielt. Doch Ende des 19. Jahrhunderts waren es die Engländer, die Badminton für sich entdeckten. Sie sind auch für die Namensgebung verantwortlich. Eine Gruppe englischer Offiziere hat in Indien den Einheimischen bei einem Spiel namens Poona zugesehen. Die Einheimischen schossen einen mit Federn geschmückten Ball mit Geräten durch die Luft. Den englischen Offizieren gefiel das Spiel, und brachten es mit nach Europa.
Der Austragungsort der ersten Wettkämpfe in Europa war auf dem Landsitz des Duke of Beaufort in Gloucestershire. Die Wettkämpfe fanden im Badminton House statt, daher auch der Name der Sportart. Die Engländer waren es auch, die 1893 den ersten Badminton-Verband gründeten und den Sport in Großbritannien populär machten. Der Bekanntheitsgrad von Badminton in der Welt stieg jedoch erst nach dem zweiten Weltkrieg an. Seitdem wurde der Sport immer populärer und ist seit 1992 eine olypmpische Disziplin. In Deutschland gehört Badminton zu den neuen Trend-Sportarten.


Die Regeln

Bei den Regeln gibt es nur kleine Unterschiede zwischen Einzel und Doppel. Vor Spielbeginn wird gelost (Federball hochschlagen oder fallen lassen: derjenige gewinnt, auf den der Schlägerkopf bzw. der Kork des Federballes zeigt). Die Seite, die das Los gewinnt, darf wählen zwischen erstem Aufschlag, Rückschlag oder Spielbeginn auf einer bestimmten Seite. Wird erster Aufschlag gewählt, darf der Verlierer des Loses die Seite wählen. Wird Rückschlag gewählt, darf der Verlierer aufschlagen und die Seite wählen. Wählt der Losgewinner die Seite, darf der Verlierer zwischen erstem Aufschlag und Rückschlag wählen.

Allgemeiner Ablauf

Alle Spiele gehen über zwei Gewinnsätze.

  • Nach jedem Satz wird die Spielfeldseite gewechselt
  • Der Satz ist gewonnen, sobald man 21 Punkte erreicht hat. Beim Stand von 20:20 wird solange weiter gespielt bis eine Seite 2 Punkte Vorsprung hat oder 30 Punkte erreicht ha
  • Ist das Spiel nach dem zweiten Satz nicht entschieden, wird ein dritter Satz ausgetragen. Im dritten Satz findet ein Seitenwechsel bei 11 Punkten statt
  • Der Aufschlag wird stets in das gegenüberliegende Annahmefeld geschlagen und zwar:
    • bei geradem Punktestand (0, 2, 4, ...) des Aufschlagenden vom rechten Aufschlagfeld
    • bei ungeradem Punktestand vom linken Aufschlagfeld

Fehler

  • der Ball wird beim Aufschlag oberhalb der Hüfte getroffen
  • der Ball landet nicht im Annahmefeld bzw. während des Spieles nicht im gegnerischen Feld
  • der Ball wird in das Netz, unter dem Netz hervor oder bevor er das Netz überquert hat, geschlagen
  • der Schläger oder der Körper berührt das Netz, während der Ball im Spiel ist
  • der Ball berührt den Körper
  • der Ball wird zweimal von einer Partei geschlagen

 Das Ausführliche Regelwerk ist hier zu finden: Neue Regeln, gültig ab 1. August 2006 (PDF)


Das Spielfeld

In der Regel wird Badminton in der Halle gespielt, da schon leichte Luftbewegungen den Ball stark beeinflussen können. Die Halle muss dabei eine Mindesthöhe von 5 m aufweisen. Üblicherweise gilt es als Fehler, wenn der Ball während des Spiels die Decke berührt, jedoch wird bei Deckenberührung beim Aufschlag oder bei Berühren von herunterhängenden Teilen (z. B. der Deckenkonstruktion) auf Wiederholung entschieden. Erst ab 9 m Deckenhöhe ist eine Halle uneingeschränkt bespielbar und damit jede Deckenberührung ein Fehler. Das Spielfeld ist 13,40m lang und 6,10m breit. Das Netz ist nach den Regeln so zu spannen, dass die Netzhöhe an den Pfosten 1,55 m und in der Netzmitte 1,524 m beträgt. Die Linien sind 4 cm breit und Teil des Spielfeldes, das sie begrenzen.

Einzel
In der Einzeldisziplin stellt die innere Begrenzungslinie die seitliche Feldbegrenzung dar, der Aufschlag darf von der vorderen Aufschlaglinie bis zur hinteren Grundlinie ausgeführt werden.

Doppel
Beim Doppel ist das komplette Feld zu bespielen, der Aufschlag muss allerdings zwischen vordere und hintere Aufschlaglinie geschlagen werden. Derzeit sind in den internationalen Badmintongremien Diskussionen im Gange, ob auch im Doppel und Mixed der Aufschlag bis zur hinteren Grundlinie erlaubt werden soll.

Badminton-Spielfeld

Quelle, Urheber: Arne Nordmann


Welche Fachbegriffe gibt es?

Antizipation
Als Antizipation bezeichnet man beim Badminton die Einschätzung der Flugkurve eines Balles. Wenn man gut antizipieren kann, ist man in der Lage früh zu wissen, wann und wo man seine optimale Schlagposition erreicht.

Clear
Clears sind hohe, weite Befreiungsschläge. Es gibt zwei Arten von Clears, den Unterhand-Clear, der aus dem vorderen Bereich des Feldes und am Netz, sowie den Overhead-Clear, der aus dem hinteren Bereich des Feldes gespielt wird. Der Clear soll bewirken, dass entweder der Gegner aus seiner zentralen Position gedrängt wird, oder man selbst in seine zentrale Position zurückkehren kann.

Drive
Der "Drive" ist ein Ball, der immer kurz, flach, schnell und oberhalb der Netzhöhe gespielt wird, um damit beim Gegner einen Unterhandschlag zu provozieren.

Drop
Drops sind Bälle, die aus unterschiedlichen Feldbereichen knapp über und dicht vor das Netz gespielt werden.

Return
Der Return ist die erste Reaktion auf den Aufschlag, sozusagen die "Antwort". Es gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen Return zu landen, zum Beispiel durch einen harten, steilen Smash, einen Angriffsclear, oder einen raffiniert getäuschten Drop.

Swip
Der Swip ist ein überraschend flach über oder durch die Reichweite gespielter Aufschlag.


Wo finde ich weitere Informationen?

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